Sport bei Krebs

Gerade bei onkologischen Erkrankungen ist Sport eine wichtige Kompenente im Bereich der Prävention und Rehabilitation. Dazu habe ich den folgenden Text veröffentlicht.

 

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 475.000 Menschen an Krebs. Dabei sind neben den beiden geschlechtsspezifischen Arten Prostata- und Brustkrebs Lungen- und Darmkrebs die drei häufigsten Arten. Die Entstehung ist weiterhin nicht endgültig geklärt, die Wirkungen von Sport bei Krebspatienten wurden dafür in letzter Zeit vermehrt in klinischen Studien untersucht.

 

In diesen Studien hat sich gezeigt, dass ein gezieltes körperliches Training nachweislich die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie reduzieren kann. Zusätzlich

steigern sich Leitungsfähigkeit und Selbstbewusstsein wir, was dieses direkten Einfluss auf die Lebensqualität hat.

 

Tristan Bechmann von Sport Bechmann, Rehabilitationstrainer für Onkologie, erklärt, dass körperliche Aktivität auch direkten Einfluss auf die Entstehung von Krebs, den Verlauf einer Erkrankung und das Rückfallrisiko hat. Somit hat Sport nicht nur Rehabilitation, sondern auch in der primären-, sekundären- und tertiären Prävention einen festen Platz verdient. Wer regelmäßig Sport treibt, erreicht demnach eine sehr gute Prävention gegen Krebserkrankungen. Man geht heute davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, durchschnittlich um 20 bis 30 Prozent reduzieren können. Wenn dennoch Krebs auftritt, haben Patienten, die vor ihrer Erkrankung regelmäßig Sport getrieben haben,nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko.

 

Tristan Bechmann rät auch inaktiven Personen zur körperlichen Aktivität, sie können insbesondere durch die Änderung des Lebensstils das Rückfallrisiko senken und erhöhen nachweislich die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung. Dieser Effekt kann sich je nach Tumorart im gleichen Maße vorteilhaft auswirken wie eine Chemo- oder Antihormontherapie. Besonders gut erforscht ist dies bisher für Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Beispielsweise belegt eine aktuelle Studie aus den USA die Notwendigkeit von Sport bei Brustkrebspatientinnen. Darin wurde untersucht, inwieweit Walking oder Jogging die Überlebensrate von Frauen mit Brustkrebs beeinflusst. Aus der Studie geht hervor, dass die Intensität der sportlichen Aktivität in Zusammenhang mit der Überlebensrate steht. Laut Tristan Bechmann ist es besonders wichtig, das Training gezielt und kontrolliert aufzubauen. Der positivste Einfluss auf die Brustkrebsmorbilität wurde mit Walking und Jogging nachgewiesen. Aber auch für Leukämie- und andere Krebspatienten haben sich in Studien schon positive Effekte gezeigt. Je höher die gezielte Belastung ist, desto deutlicher zeigt sich ihr Einfluss, da durch diese Belastung auch der Ruhepuls- und Blutdruckwerte positiv beeinflusst werden.

 

Es ist auch bekannt, dass Laufen positiv auf Rückenschmerzen und depressive Verstimmungen wirkt, fügt Tristan Bechmann hinzu. Das Training sollte in enger Abstimmung mit dem Trainer und dem Arzt erfolgen, denn nur so ist eine gesundheitliche Förderung möglich.

 

Neben dem Ausdauertraining sind auch Beweglichkeits- und Koordinationstraining wichtig. Durch ein gezieltes und wirkungsvolles Training tut sich nicht nur körperlich etwas, sondern auch seelisch. Die Teilnehmer nehmen ihren Körper anders wahr und sie können besser mit Stress und Angst umgehen, besser schlafen und fühlen sich  insgesamt positiver und kräftiger.

 

Warum wirkt Sport gegen Krebs?

 

Die biologischen Mechanismen, die erklären, warum Sport einen direkten Einfluss auf Krebs hat, sind noch weitestgehend unbekannt. Das hat auch damit zu tun, dass das Wachstum von Tumoren von sehr komplexen Vorgängen abhängig ist. Da körperliche Aktivität allerdings fast alle Organsysteme

anregt und auch das Gehirn beeinflusst, wirkt sich dies auch auf die der Krebsentstehung zugrunde liegenden Faktoren aus. So wird die Durchblutung des gesamten Körpers gefördert, was wiederum den

Krebszellen das Überleben erschwert. Auch sind die Krebszellen in ihrem Wachstum auf die Abbauprodukte von Glukose angewiesen, welche bei sportlicher Betätigung vermehrt verbraucht werden.

Tristan Bechmann sagt, dass Sport den Energiehaushalt auf Touren bringe und helfe, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Er habe zudem positive Effekte auf die Psyche, was sich ebenfalls auf die allgemeine Befindlichkeit und auf das Immunsystem auswirken. Als weitere tumorspezifische Effekte kommen ferner der Einfluss auf Sexualhormone, antioxidative Wirkungen oder eine Verbesserung von DNA-Reparaturmechanismen infrage, ebenso die Verringerung von Insulin und körpereigenen Botenstoffen.

 

Laut Bechmann dürfe man auch nicht unterschätzen, dass Menschen den Sport treiben auch meist einen gesünderen Lebensstil haben. Vor allem der Verzicht auf Nikotin und auf übermäßigen Alkoholkonsum seien dabei besonders entscheidend. Auch die eigene Körperwahrnehmung verändere sich und werde bewusster, sodass Veränderungen des Befindens häufiger bereits in einem früheren Stadium der Krebserkrankung wahrgenommen würden und somit einen früheren Therapiestart ermöglichten. Ein Beispiel ist die Kachexie, der Gewichtsverlust in den ersten sechs Monaten der Krebserkrankung. Ist man sich über den Stand der eigenen Ausdauerleistungsfähigkeit im Klaren, können die Symptome frühzeitig

erkannt werden.

 

Welche und wie viel Bewegung?

 

Zwischen der Menge an Sport und der Anti-Krebs-Wirkung gibt es einen direkten Zusammenhang: Je mehr Bewegung, desto größer der Effekt. Dennoch ist auch Vorsicht vor Überlastung geboten, es gilt ein moderates, an die individuellen Möglichkeiten des Patienten angepasstes, Trainingsprogramm zu entwerfen. Dafür sei es wichtig, einen erfahrenen und auch besonders ausgebildeten Trainer zu finden, sagt Tristan Bechmann. Wenn es um ein gezieltes Training geht ist die Kombination zwischen Kraft- und Ausdauertraining besonders effektiv. Die Ernährung sollte natürlich dem Bewegungsprogramm angepasst sein.

 

Tristan Bechmann empfiehlt einem Bewegungsprogramm von dreimal die Woche 60 Minuten. Auch die Deutsche Krebs Hilfe rät zu dieser Intensität, alternativ wäre auch eine Belastung von fünf- bis sechs Mal 30 Minuten möglich.

 

 

 

weitere Informationen: www.sporttrotzkrebs.de

 

 

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